Die Wüste erwacht und die Steppe wird blühen

Was treibt dich an? ´´Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt´´, so wirbt ein Geldinstitut für Investitionen. Was treibt uns eigentlich an? Ist es Druck von Außen oder der Ehrgeiz von Innen? - oder die Liebe zu einem Menschen oder von einem Menschen die uns antreibt? Wenn uns nichts mehr antreibt werden wir lasch und kraftlos. Die Freude vertrocknet, die Lust am Leben verdorrt.

Wüste in uns.

In der Wüste gibt es eine Rose, die ´´Rose von Jericho´´ genannt wird. Im heißen Sand ist sie in sich vergrümpfelt, sieht aus wie tot. Doch wenn man sie in ein Glas Wasser legt, sprießen innerhalb eines Tages olivgrüne Knospen, und sie öffnet ihre volle Pracht. Die Wüste, lebenswidriger Raum, wird plötzlich ein Ort neuen Lebens. Kann das denn sein? - auch für uns?

Die Operation mit völlig ungewissem Ausgang als Neuanfang? Die Trennung von einem Menschen als Start in eine neue Zukunft? Die Niederlage im Beruf als Gelegenheit das Leben neu zu ordnen? Sind das nicht Widersprüche? 

Nein, das sind Gottes Möglichkeiten.

Seit jeher suchen Menschen die Wüste auf, um sich zu besinnen, das Leben neu auszurichten und Gott zu suchen. Die Fastenzeit mag ein Impuls sein, um zur Besinnung zu kommen über eigene Wüstenerfahrungen.

In Ängsten und Niederlagen, in Trennung und Trauer spüren wir die Trockenheit unserer Seele. Die Wüste kann der Weg zu neuem Leben sein. Gott tut seine Wunder dort, wo wir mit unseren Plänen am Ende sind. In der Dürre neues Leben schaffen, gerade das ist Gott möglich.

Der Prophet Jesaja beschreibt es in Kapitel 35 mit dem schönen Bild:

Die Wüste erwacht und die Steppe wird blühen.

Ein Schluck Wasser genügt, und die vertrocknete Rose von Jericho öffnet sich und blüht auf. Dieser Schluck Wasser ist für uns Christen die Hoffnung: Die Hoffnung, dass Gott Neues Leben in uns schafft, jetzt, hier und heute.

Damit Ihr Hoffnung habt,

aus Römer 15 Vers 4, ist das Motto des Ökumenischen Kirchentages im Mai 2010 in München.

´´Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt´´ - Für uns Christen ist es die Hoffnung, die uns zum Leben antreibt. Diese Investition wünsche ich uns allen.


B. Töpfer